Filmdatenbank - DVD Reviews - Filmkritiken - Filmreviews - Kinonews - Kinostarttermine
 
 








Stanley Kubrick Ausstellung, 31.03. - 04.07.2004 im Filmmuseum Frankfurt am Main

Die Ausstellung des Deutschen Filmmuseums und des Deutschen Architektur Museums bietet erstmals Einblicke in den bislang unzugänglichen Nachlass des Regisseurs. Mit Unterstützung von Kubricks Frau Christiane und Jan Harlan, seinem langjährigen engsten Mitarbeiter und Schwager, sichtete ein Archivar des Deutschen Filmmuseums in England acht Monate lang Kubricks Erbe. Ein repräsentativer Teil dieser Sammlung, darunter Fotos und Briefe, Originalrequesiten und Kostüme, Drehbücher und Produktionsunterlagen, wird nun zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorgestellt.

Der Ausstellungsrundgang beginnt im Deutschen Filmmuseum. Anhand von Fotografien für das amerikanische "Look" Magazine sowie Installationen zu seinen frühen Filmen wird hier Kubricks künstlerischer Werdegang vom jugendlichen Fotoreporter bis zu seiner Nabokov-Adaption LOLITA vorgestellt. Ein Übergang im Untergeschoss des Deutschen Filmmuseums führt ins Deutsche Architektur Museum, wo der Rundgang mit DR. STRANGELOVE fortgesetzt wird: Hier werden alle folgenden Filme bis hin zu Kubricks Vermächtnis EYES WIDE SHUT im Zusammenspiel von Inszenierung und Dokumentation präsentiert.

Die Ausstellung zeigt ikonografische Exponate, wie das Starchild aus 2001: A SPACE ODYSSEY, die Kleidchen der Geschwister aus THE SHINING oder den `Born to kill`-Helm des Private Joker aus FULL METAL JACKET. Sie erläutert kameratechnische Verfahren wie Steadycam oder die Frontprojektion und zeigt technisches Equipment, darunter die Eyemo-Kamera, die Kubrick bei den Dreharbeiten zu KILLERS KISS einsetzte. Für die Ausstellung wurden originalgetreue Modelle angefertigt: der WarRoom aus DR. STRANGELOVE, das Labyrinth aus THE SHINING und die Zentrifuge aus 2001: A SPACE ODYSSEY.

Auch die unrealisierten Filmprojekte Kubricks, "Napoleon" und "Aryan Papers", werden in der Ausstellung berücksichtigt: Umfassende Rechercheunterlagen, Fotografien und Drehpläne belegen, wie weit fortgeschritten diese Projekte waren.

Das erste Obergeschoss des Deutschen Architektur Museums ist den wohl am nachhaltigsten rezipierten Filmen gewidmet, 2001: A SPACE ODYSSEY und A CLOCKWORK ORANGE. Zu 2001 entwarfen die Kuratoren einen begehbaren `dimensionslosen` Raum, der dem Inneren des HAL-9000-Computers nachempfunden ist. Der Bereich zu A CLOCKWORK ORANGE orientiert sich am Setdesign der Korova Milkbar. Querweise zur Bildenden Kunst und zu zeitgenössischen Tendenzen in Design und Architektur zeigen Kubricks Werk in seinem kulturhistorischen Zusammenhang.

In einer "Black Box" erklärt ein audiovisueller Vortrag den Besuchern den Einsatz von Musik in Kubricks Filmen. Eine digitale Bildschau, die biografische Stationen von Stanley Kubrick anhand von bislang unveröffentlichten Fotografien nachzeichnet, beschließt den Rundgang. Ein Audioguide vertieft die Themen der Ausstellung und erläutert einzelne Exponate. Sprecher des englischen Textes ist Malcolm McDowell aus A CLOCKWORK ORANGE, den deutschen Text spricht Jörg Pleva, Synchronsprecher in mehreren Filmen Kubricks.


Kurzbiografie/FILMografie STANLEY KUBRICK

1928
Stanley Kubrick wird am 26. Juli als Sohn von Jacques L. Kubrick und Gertrude Kubrick im New Yorker Stadtteil Bronx geboren.

1934
Geburt seiner Schwester Barbara Kubrick.

1941
vom Vater erhält er eine Fotokamera zum Geschenk.

1941-45
Besuch der William Howard Taft Highschool, Bronx, New York.

1946
Kubrick wird festangestellter Fotograf bei "Look" (bis 1951).

1948
Heirat mit Toba Metz.

1949
Umzug nach Greenwich Village, Manhattan.

DAY OF THE FIGHT (1950/51) - Kurzdoku über einen Tag im Leben eines Boxers.

FLYING PADRE (1950/51)

MR. LINCOLN (1952; TV-Film)

THE SEAFARERS (1953)

FEAR AND DESIRE (USA 1951-53) - Kubricks erster Langspielfilm.

1953
Geburt von Katharina Christiane, Tochter von Christiane Susanne Harlan (Kubricks späterer Ehefrau) und Werner Bruhns.

1955
Heirat mit der Tänzerin Ruth Sobotka.

KILLER`S KISS (1955) - Kubricks `Beitrag` zum Film-Noir

1956
Stanley Kubrick und James B. Harris gründen eine eigene Filmproduktion, Harris-Kubrick Pictures (bis 1963).

THE KILLING (1955/56)

1957
Stanley Kubrick lernt während der Dreharbeiten zu PATHS OF GLORY in München Susanne Christian, geb. Christiane Susanne Harlan, kennen und heiratet sie.

PATHS OF GLORY (1957) - Kubricks radikaler Anti-Kriegsfilm wird in Frankreich auf Jahre verboten.

1958
Geburt von Anya Renata Kubrick am 6. April.

1960
Geburt von Vivian Vanessa Kubrick am 5. August.

SPARTACUS (1960) - Kubrick nimmt nach `Unstimmigkeiten` zwischen Kirk Douglas und Anthony Mann auf dem Regiestuhl Platz. Der Film bleibt seine einzige Auftragsarbeit - Kubricks einziger Film, bei dem er nicht am Drehbuch mitarbeitet.

1961
Kubrick verlässt Hollywood nach den Dreharbeiten zu SPARTACUS und lässt sich bei London nieder.

LOLITA (1962) - nach dem kontroversen Roman von Vladimir Nabokov.

DR. STRANGELOVE OR: HOW I LEARNED TO STOP WORRYING AND LOVE THE BOMB(1964) - Kalte Krieg-Satire nach "Red Alert" von Peter George und nach LOLITA die zweite Zusammenarbeit mit Peter Sellers.

1965
Beginn der Dreharbeiten zu 2001: A SPACE ODYSSEY.

2001: A SPACE ODYSSEY (1968) - nach dreijähriger Drehzeit setzt Kubrick neue Maßstäbe in Sachen Visuelle Effekte und Erzählweise, er entwickelt sich 1968 zum Kultfilm einer ganzen Generation.

1968-69
Vorbereitung des unrealisiert gebliebenen Napoleon-Projekts.

A CLOCKWORK ORANGE (1971) - Kubricks Adaption des Gewalt-Romans von Anthony Burgess erregt weltweit heftige Diskussionen.

1974
Anlässlich gewalttätiger Übergriffe im Zusammenhang mit A CLOCKWORK ORANGE ziehen Kubrick und Warner bros. den Film in Großbritannien zurück.

BARRY LYNDON (1975) - setzt Standards für den Kostümfilm, Kubrick benutzt NASA-Objektive für die komplizierte Kameraarbeit.

THE SHINING (1980) - nach Stephen King mit Jack Nicholson.

1985
Tod von Kubricks Eltern.

FULL METAL JACKET (1987) - Kubricks Vietnam-Kriegsfilm nach dem Buch "The Short-Timers" von Gustav Harsford.

1989
Arbeit an A.I., basierend auf der Kurzgeschichte "Supertoys Last All Summer Long" von Brian Aldiss.

1993
Arbeit an der Adaption von Louis Begleys Roman "Wartime Lies" aus dem der unrealisiert gebliebene Film "Aryan Papers" werden sollte.

1997
Stanley Kubrick erhält von der Directors Guild of America den "D.W. Griffith Award for Lifetime Achievement" und in Venedig den Goldenen Löwen zu Ehren seines Gesamtwerkes.

1999
Stanley Kubrick stirbt am 7. März nach einem Herzanfall in seinem Haus bei St. Albans, England, vier Monate vor der Premiere von EYES WIDE SHUT.

EYES WIDE SHUT (1999) - frei nach Schnitzlers "Traumnovelle", an der Kubrick schon Jahrzehnte zuvor die Rechte erstanden hatte, mit Tom Cruise und Nicole Kidman in den Hauptrollen.

[mb]