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Das Mumie - Das Grabmal des Drachenkaisers

(Mummy: Tomb of the Dragon Emperor, The; USA/CAN/D, 2008)

Der Zweite Weltkrieg ist gerade zu Ende gegangen, als sich das Archäologen-Ehepaar Rick (Brendan Fraser) und Evelyn O’Connell (Maria Bello) für eine letzte Mission für die britische Regierung nach Shanghai aufmachen. Plötzlich finden sie sich mitten in einer politischen Verschwörung wieder, die sie aus den Katakomben des alten Chinas über die neonbeleuchteten Straßen Shanghais bis auf die Gipfel des Himalayas führt. Das Abenteuer nimmt seinen Lauf, als ihr mittlerweile erwachsener Sohn Alex (Luke Ford) bei Ausgrabungen in China auf das Grab des Drachenkaisers stößt. Der Legende nach wurden der Furcht erregende Herrscher und seine Armee vor über 2000 Jahren von einer Zauberin (Michelle Yeoh) mit einem Fluch belegt und in Terrakotta verwandelt. Der machtgierige chinesische Drachenkaiser (Jet Li), der damals die mächtige Zauberin auf die hinterhältigste Art und Weise betrogen und belogen hatte, war dazu verdammt worden, in Ewigkeit eingemauert zu verharren. Und gemeinsam mit seiner Armee von 10.000 Kriegern wurde der Kaiser an einen geheimen, düsteren Ort verbannt. Doch der wagemutige und etwas übermütige Alex lässt sich dazu verleiten, diesen gnadenlosen Tyrann aus seinem ewigen Schlaf zu wecken – daher braucht der junge Archäologe nun dringend die Hilfe der einzigen Menschen, die mehr über die Untoten wissen als er selbst: seine Eltern. Der Drachenkaiser drängt mit aller Gewalt ins Leben zurück – und unsere Helden müssen feststellen, dass die Jahrtausende lange Zwangspause seine Gier nach der Weltherrschaft nur noch verschärft hat. Und es dauert nicht lange, da hat die Kaiser-Mumie den fernen Osten mit unvorstellbar großen, übermenschlichen Kräften in Aufruhr versetzt und ist drauf und dran alle, die sich ihm entgegenstellen, entweder zu töten oder grausam zu unterjochen. Doch damit nicht genug: Die losgelassenen Krieger-Legionen können zu einer übernatürlichen und alles überrollenden Streitmacht werden. Eine neues Zeitalter des Schreckens steht bevor… es sei denn, den O’Connells gelingt es mit vereinten Kräften , die Mumie doch noch aufzuhalten...

„Die Mumie“ konnte man noch als gelungene „Indiana Jones“-Kopie bezeichnen. „Die Mumie kehrt zurück“ war temporeicher und überdrehter als sein Vorgänger, aber man konnte den Streifen dennoch als noch gelungenen Abenteuerfilm sehen. Nach sieben Jahren „Mumien“-Abstinenz kommt nun ein dritter Teil der erfolgreichen Kinoserie in die Lichtspielhäuser. Dieser dritte Teil musste leider auf die Hauptdarstellerin Rachel Weisz und auf den Regisseur Stephen Sommers verzichten. Stattdessen gesellten sich Maria Bello und „The Fast and the Furious“-Regisseur Rob Cohen zu dem Franchise, der bereits mit „Dragonheart“ bewiesen hat, dass der sich des Genres Fantasy anzunehmen versteht. Stephen Sommers kam ebenfalls nicht mehr beim Drehbuch zum Zuge und wurde durch Alfred Gough und Miles Millar beerbt. Vielleicht dürfte das Besetzungsnirvana auch der Grund gewesen sein, dass „Die Mumie – Das Grabmal des Drachenkaiser“ so richtig daneben gegangen ist. Während des gesamten Films hat man den Eindruck, dass alles irgendwie lustlos inszeniert wurde. Zwar kann man die Special Effects für die heutige Zeit als guter Durchschnitt bezeichnen und auch an Action mangelt es dem Streifen nicht, aber viele Szenen, Dialoge, Stunts und Witze wirken oberflächlich, uninspiriert, ideenlos und ohne Liebe für Details. Man hat den Eindruck alles schon mal irgendwo besser gesehen zu haben. Auch Maria Bello und Jet Li scheinen trotz passabler Leistungen nicht so recht in den Film reinzupassen. Ihnen fehlt irgendwie die Ausstrahlung, die Rachel Weisz und Arnold Vooslo als Vorzeigemumie noch ausgezeichnet haben. Hin zu kommt, dass die Chemie zwischen Maria Bello und Brendan Fraser gar nicht zu stimmen scheint. Emotionen wirken bei den beiden unecht und die Dialoge, was auch für die restlichen Darsteller gilt, sind hölzern. Ebenso fehlen dem Streifen die skurrilen Helfershelfer der beiden letzten Teile. Während Kevin J. O´Connor als trottlig-witziger Mumiensklave den ersten Teil bereicherte und sich der englische Edelmime Alun Armstrung in „Die Mumie kehrt zurück“ als ägyptischer Priester mit Vergangenheitsbezug Lorbeer verdiente, so kann Anthony Wong Chau-Sang als chinesischer General mit Großmacht-Ambitionen, trotz seiner Martial-Arts Einlagen, nicht überzeugen. Aber auch die „Guten“ Nebenakteure funktionieren nicht wirklich. Luke Ford, der den Sohn von Brendan Fraser spielen darf, versagt als passender Sidekick seines Filmvaters und Michelle Yeoh und Isabella Leong bleiben ebenfalls blas und vermögen es nicht, wie auch die anderen Darsteller, Akzente zu setzen. Als einziger noch bester Nebendarsteller dürfte sich wohl noch John Hannah fühlen, der mit seinem gespielten Pessimismus und seinem Witz, wenigstens noch ein wenig Qualität in den verkorksten Film einbringen darf.

Herausgekommen ist letztendlich ein Abenteuerfilm, den man nicht gesehen haben muss und der gerade viele „Mumien“-Fans enttäuschen dürfte, da er an seine beiden Vorgänger nicht mehr heranreichen kann.

[rk]