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Der unglaubliche Hulk

(The Incredible Hulk; USA, 2008)

Durch biochemische Experimente verstrahlt, führt der Wissenschaftler Bruce Banner (EDWARD NORTON) ein Leben im Abseits. In seinem Körper ruht eine unbändige Kraft, die nicht mehr zu kontrollieren ist: Bei jedem Anflug von Wut mutiert er zu Hulk, einem gewaltigen, grünen Monster. Jegliche Suche nach einem Gegenmittel verlief bis dato erfolglos und die Zeit wird immer knapper. Denn General ’Thunderbolt’ Ross (WILLIAM HURT) ist ihm mit seinem gesamten Militärapparat auf den Fersen, um diese Kräfte für seine Zwecke brutal auszunutzen. Doch Banner gibt nicht auf, kämpft um ein Leben ohne Superkräfte und mit Ross’ Tochter Betty (LIV TYLER), die sich unsterblich in den Wissenschaftler verliebt hat. Als die Heilung für Banner endlich zum Greifen nah ist, erscheint die alles zerstörende Bestie Abomination: Der mutierte Super-Soldat Emil Blonsky (TIM ROTH) hat sich aus purer Machtgier ähnlichen Experimenten unterworfen wie Banner - und seine Zerstörungswut übertrifft die des grünen Hünen bei weitem. Ist Hulk den Kräften dieses Gegners gewachsen? Um Abomination zu bekämpfen, muss der Wissenschaftler eine quälende wie endgültige Entscheidung treffen: Entweder er wählt das friedliche Leben als Bruce Banner, oder er akzeptiert sein inneres Monster und formt es zum Helden – DER UNGLAUBLICHE HULK. Mit einem Budget von etwa 150 Mio. US-Dollar setzt Regisseur Louis Leterrier („Transporter“, „Transporter II – The Mission“, „Unleashed – Entfesselt“) bei DER UNGLAUBLICHE HULK auf große Namen: In der Hauptrolle als Bruce Banner/Hulk überzeugt Edward Norton („Fight Club“, „25 Stunden“), der neben Zak Penn („X-Men: Der letzte Widerstand") auch am Drehbuch mitarbeitete. An Nortons Seite übernimmt Liv Tyler („Der Herr der Ringe 1-3“) die Rolle der Betty Ross, deren Vater General ’Thunderbolt’ Ross spielt Oscar®-Preisträger William Hurt („A History of Violence", „Mr. Brooks – Der Mörder in Dir“). Tim Roth („Pulp Fiction“), als das personifizierte Böse, Abomination, rundet den hochkarätigen Cast ab.

Dank seiner unglaublichen Kampfkraft, Größe, Stärke und Schnelligkeit hat sich Hulk zu einem der populärsten Superhelden des letzten Jahrhunderts entwickelt. Die Figur, die von Autor Stan Lee und Zeichner Jack Kirby erfunden wurde, debütierte im Mai 1962 in einer Marvel-Comic-Serie. Zu der Zeit hatte der junge Lee gerade den ersten Comic der bis dato noch unbekannten „Fantastic Four“ fertig gestellt. Jetzt suchte er nach einem Helden, der nicht schön oder makellos war – einer oder „etwas“, das sich von allen anderen unterscheiden sollte und die Marvel-Leser in ihren Bann ziehen würde. Lee und Kirby schwebte ein „missverstandener Held“ vor. Mit „Der unglaubliche Hulk“ entschied sich Marvel zu einer risikoreichen Neuverfilmung über den tragischen Comichelden, der schon in der Verfilmung „Hulk“ aus dem Jahr 2003 von Ang Lee Schiffbruch erlitten hatte. Dennoch kann sich „The Incredible Hulk“ gut aus der Affäre ziehen, denn die Comicverfilmung ist flott, actionreich und spannend in Szene gesetzt worden. Die Trickeffekte können sich ebenfalls sehen lassen und kann man für die heutige Zeit als guter Durchschnitt bezeichnen. Eine Augenweide ist auch wieder der Außnahmeschauspieler Edward Norton, der der Figur des Bruce Banner die notwendige Tragik und Vielschichtigkeit verleiht. Auch die restliche Darsteller, überwiegend große Namen wie Tim Roth, Liv Tyler und William Hurt tragen zu einer gelungen, wenn auch etwas anspruchslosen Comicverfilmung bei. Bei der Anspruchslosigkeit liegt aber auch das Problem des Films. Das Comicverfilmungen viel reicher an Facetten und Anspruch sein könnten hat Christopher Nolan mit „Batman Begins“ eindrucksvoll bestätigt. Hier versagt der dennoch unterhaltsame grüne Mutant Großteils. Ebenso muss sich der Streifen den Vorwurf gefallen lassen, dass sämtliche Darsteller in ihren Rollen unterfordert bleiben, selbst der geniale Edward Norton kann sein Talent nicht voll zur Entfaltung kommen lassen, weil seine Figur einfach zu festgelegt erscheint. Hin zu kommt der Faux Pas des deutschen Verleih Concorde, der den Film schneiden lies, um noch die begehrte Alterseinstufung FSK12 zu erreichen. Einige wenige Kopien schafften es dennoch als FSK16-Einstufung in die deutschen Kinos, allerdings nicht flächendeckend, sondern nur in bestimmten Kinos Deutschlands. Diese Schnitte kürzen den Hauptkampf gegen Ende des Films dramatisch, so dass zwischen der Auseinandersetzung von Hulk und Abnormination kaum etwas zu sehen ist. Schlimmer noch ist, dass die Schnitte nicht professionell und sichtbar vorgenommen worden sind. Dadurch dürfte sich der Zuschauer wirklich um das Finale betrogen gefühlt haben. Da diese Schnitte das Filmerlebnis sichtbar eintrüben muss der Film um einen Punkt abgewertet werden. Für die ungeschnittene Fassung, die auch im Steelbook auf DVD erscheinen wird, kann man gerne zu Bewertung einen Punkt hinzuzählen. Ärgerlich ist zudem, dass man solche ungeliebten Schnitte wesentlich besser aus dem Handlungsgefüge herausnehmen kann, denn bei „Iron Man“ sind diese Schnitte kaum aufgefallen, weil man den Endkampf auch nicht fast komplett kürzte.

Somit dürfte „Der unglaubliche Hulk“ in seiner ungeschnittenen Fassung die Fans von Comicverfilmungen sicherlich nicht enttäuschen, jedoch sollte man auch nicht mehr darüber hinaus erwarten. Die geschnittene Fassung ist jedoch eine Beleidigung für den Zuschauer und sollte gemieden werden.

[rk]