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Aliens vs. Predator II

(AVPR: Aliens vs Predator - Requiem; USA, 2007)

Die Palette an „Alien“- und „Predator“-Filmen haben bisher eine interessante Historie durchlaufen. Daher möchte ich gerne zuerst einen kurzen Überblick über die bisherigen Verfilmungen liefern. Der Original-Alien-Film von 1979 entwickelte sich aus einem Drehbuch von Dan O’Bannon und Ronald Shusett mit dem Titel They Bite! („Sie beißen!“). Zum Glück fiel den beiden Autoren für die endgültige Version ein stärkerer Titel ein: Star Beast. Die Alien-Kreatur, entworfen vom Schweizer Künstler H. R. Giger, ist eine parasitäre Killermaschine, die Menschen zu unfreiwilligen Wirtsorganismen für ihren tödlichen Nachwuchs macht. Sein einzigartiger Körper verleiht dem Alien extreme Kampf- und Verteidigungsfähigkeiten: Säure als Blut, Skorpion-Schwanz, unzerstörbares Exoskelett, zahnbewehrter Innenkiefer sowie die Fähigkeit, im atmosphärelosen All zu überleben. Neben seinen einzigartigen Eigenschaften hat das Alien eine komplizierte, äußerst wirksame Art, sich fortzupflanzen: Die „Königin“ legt in ihrem „Nest“ aus Körpersekreten Dutzende von Eiern. Jedes enthält einen „Facehugger“, der sich im Gesicht seines Opfers festkrallt und ihm ein Alien-Embryo einimpft, das schließlich aus dem Körper des unfreiwilligen Wirts herausbricht. Die Kreatur reift schnell heran und ist in wenigen Stunden vollständig entwickelt. Der erste Predator-Film von 1987 entstand aus dem Drehbuch Hunter von John and Jim Thomas. Die Regie führte John McTiernan. Er schuf später Action-Blockbuster wie Stirb Langsam, Jagd auf Roter Oktober und Stirb Langsam – Jetzt erst recht. Der Predator, der dem Film seinen Titel gab und von Stan Winston entworfen wurde, ist ein über 2 Meter großer, menschenähnlicher Kämpfer, der mit außerirdischer Tarnkappen- und Waffentechnik Jagd auf Menschen macht. Neben der Fähigkeit sich selbst sowie sein Raumschiff unsichtbar machen zu können, ist der Predator ausgestattet mit der im Dunkeln sehr hilfreichen Wärme-Sicht, mit eingebauten Laserkanonen und hoch-wirksamen Waffen. Ridley Scott hatte vor Alien erst einen Film gedreht (Die Duellanten). Auch für James Cameron, Regisseur des zweiten Alien-Films, war es die zweite Arbeit, nach Der Terminator von 1984. Laut Regisseur John McTiernan war der Mann, der bei den ersten Spezialeffekt-Tests als Predator zur Verfügung stand, niemand anderes als Action-Star Jean Claude Van Damme. Beim eigentlichen Dreh wurde der Predator vom 2,20 Meter großen Kevin Peter Hall gespielt. Seit die beiden im ersten Predator auftraten, sind sowohl Arnold Schwarzenegger als auch Jesse Ventura zum Gouverneur gewählt worden: Ventura 1998 in Minnesota, Schwarzenegger 2003 in Kalifornien. Der Original-Alien-Film erhielt einen Spezial-Oskar für das Design von H. R. Giger. Die Fortsetzung, Aliens – Die Rückkehr war für sieben Oskars nominiert, unter anderem für Beste Schauspielerin (Sigourney Weaver als Ripley). Lance Henriksen hatte schon drei Rollen in Alien-Filmen: Er spielte den Androiden Bishop in Aliens – Die Rückkehr, „Bishop II“ in Alien 3 sowie den Milliardär und Robotik-Pionier Charles Bishop Weyland in Aliens vs. Predator. 2003 kam ein Director’s Cut von Alien in die Kinos. Die Version ist zwar kürzer als das Original von 1979, enthält aber zusätzliche Szenen und optimierte Sound- und Spezialeffekte. Die „Alien Quadrilogy“ ist eine hoch gelobte DVD-Veröffentlichung mit allen vier Alien-Filmen. Sie enthält unter anderem bisher unveröffentlichte Versionen von Alien 3 and Aliens – Die Wiedergeburt. Bis heute gehört sie zu den meistverkauften DVD-Boxen überhaupt. Bill Paxton überschritt als erster Schauspieler die Grenze zwischen Alien und Predator: Er spielte sowohl in Aliens – Die Rückkehr als auch in Predator 2 – Die Jagd. Zum ersten filmischen Zusammentreffen der Alien- und Predator-Sagas kommt es in Predator 2 – Die Jagd: Unter den Jagdtrophäen im Raumschiff des Predators ist deutlich ein Alien-Schädel zu erkennen. 1990 veröffentlichte Dark Horse Comics das erste offizielle Crossover von Alien und Predator: den 12-bändigen Comic Aliens vs. Predator. Die erste Ausgabe wurde zum meistverkauften Independent-Comic aller Zeiten. Alien vs. Predator kam 2004 in die Kinos und wurde schließlich die erfolgreichste aller Alien- und Predator-Produktionen. Ingesamt besteht die Alien- und Predator-Saga aus acht Filmen: vier Alien-Filmen (Alien – Das unheimliche Wesen aus einer anderen Welt, Aliens – Die Rückkehr, Alien 3 und Aliens – Die Wiedergeburt), zwei Predator-Filmen (Predator und Predator 2 – Die Jagd) und den zwei Crossovers Alien vs. Predator und Aliens vs. Predator 2. Auch wenn das Raumschiff Betty auf dem Höhepunkt von Aliens – Die Wiedergeburt Richtung Erde fliegt, spielte Alien vs. Predator als erster Film auf der Erde. Die Fortsetzung, Aliens vs. Predator 2 spielt in der Kleinstadt Gunnison, Colorado, die wirklich existiert. Die Regie bei Aliens vs. Predator 2 führen Greg und Colin Strause. Wie James Cameron, der Regisseur von Aliens – Die Rückkehr, sind sie Experten für Spezialeffekte. Cameron hatte schon unter Roger Corman in Filmen wie Sador – Herrscher im Weltraum und Piranha II: Fliegende Killer mitgewirkt. Die Strause-Brüder wollten Aliens vs. Predator 2 noch brutaler und blutrünstiger machen als seinen Vorgänger. Die Grausamkeit und Gewalt könnte sogar alle bisherigen Alien- und Predator- Filme in den Schatten stellen. „Er geht wesentlich härter zu“, versprechen die beiden. „Diesmal bringen sie sich besonders widerwärtig um.“ Aliens vs. Predator 2 ist der erste Film, in dem ein Alien-Predator-Hybrid auftritt: das „Predalien“ – entstanden aus der Befruchtung eines Predators durch ein Alien. Es ist „80 % Alien, 20 % Predator“, sagen die Regisseure. Die Kreatur hat das Exoskelett, das Säureblut, den Skorpionschwanz und die Zahn-Zunge des Aliens, aber auch die Waffen und Technologie des Predators – einschließlich äußerer Merkmale wie „Dreadlocks“ und Insekten-Kinn.

„Alien vs. Predator 2“ oder im wie der Streifen im englischsprachigen Original genannt wird, „Alien vs. Predator: Requiem“, hat mit ähnlichen, aber anders gelagerten Problemen zu kämpfen, wie „Alien vs. Predator“, der noch von Paul Andersen inszeniert wurde. Wie schon bereits erwähnt wurde, haben die Strause-Brüder bei „Alien vs. Predator 2“ als Fans des Franchise viel Wert darauf gelegt, quasi eine Hommage an „Predatoren“ und „Aliens“ zu widmen, wobei der „Predator“ hier wesentlich besser als die „Aliens“ wegkommt. Im Gegensatz zu der ersten Verfilmung wird teilweise „Predatorenmusik“ aus dem ersten „Preadtor“-Film eingestreut und auch die cool wirkenden Helmperspektiven erinnern an vergangene Zeiten. Leider vermisst man an „Alien vs. Predator 2“ jedoch eine gut durchdachte und ausgefeilte Story, die wiederum eher bei „Alien vs. Predator“ vorhanden war. Somit verkommt „Alien vs. Predator 2“ zu einem reinen Actionstreifen, der die Mystik, die sich aus den älteren Filmen noch gespeist hatte, nicht mehr transportieren kann. Warum ist es z.B. nicht möglich mehr Einblicke in die Beweggründe der Predatoren bzw. des Predators aufzuzeigen, warum sie so handeln bzw. so kriegerisch sind. Auch die Geschichte der „Aliens“ bleibt weiter im Dunkeln. Stattdessen darf man mit ansehen, wie eine Horde von Jugendlichen und jungen Erwachsenen sich durch das Kampfchaos zwischen Predator und Aliens einen Weg bahnt. Diese banale Storyentwicklung kennt man schon aus diversen Teenhorrorfilmen und wertet den Film eindeutig ab. Hier hat man so gute Möglichkeiten verschenkt, denn man hätte z.B. eine geheimnisvolle Spezialeinheit der Menschen aufstellen können, welche Alienartefakte oder ähnliches sicherstellt. Leider ist dieser Part teilweise nur im Ansatz am gerade noch gelungenen Schluss des Films zu sehen, der die Spekulation über einen dritten Teil anheizen könnte. Die Effekte und Special Effects kann man zwar als gelungen ansehen, jedoch stören die abgedunkelten Szenen und vielen Nahaufnahmen, die eine Choreographie meist nur erahnen lassen.

Alles in allem kann „Alien vs. Predator 2“ ebenso den hohen Erwartungen nicht entsprechen, wie es schon vor ein paar Jahren „Alien vs. Predator“ nicht konnte. Beide Filme haben auf unterschiedlichen Ebenen versagt. Selbst eine angekündigte „Langfassung“ des Streifens wird hier nichts mehr retten können.

[rk]